Ob dieses Haus von solch einer glänzenden Zukunft geträumt hat, als es vor fast 100 Jahren mitten in der Almwiese aufgestellt wurde?
Damals sollte es seinem Besitzer Alfred ein Dach über dem Kopf bieten, bestehend aus ein paar Brettern und Sparren, am Anfang noch ohne Heizung.
Drumherum entstand in kurzer Zeit eine kleine Landwirtschaft.
Milch und Käse wurden produziert, schon bald stärkten sich die ersten Wanderer damit.
In den 50er Jahren wurden seine Wände immer fester und sein Aussehen immer stattlicher. Dank Muck und Toni ist es richtig gewachsen und freut sich darüber, wie sich alle drei Generationen und viele nette Gäste in ihm wohlfühlen.
König Ludwig II. träumt von einem Märchenschloss auf der Burgruine Falkenstein. Die Bergwiese unterhalb der Ruine wird im Volksmund zum Schlossanger.
Alois Gött, Urgroßvater von Barbara Schlachter-Ebert, kauft den Schlossanger von einem Pfrontener Bauern und überschreibt Ihn seinem Sohn Alfred als Erbanteil.
Der erste Weltkrieg ist überstanden, Großvater Alfred, ein gelernter Käser, zieht sommers mit Sack und Pack auf die Alm und macht Milch zu Käse.
Alfred Gött heiratet Kreszenzia Geromüller.
Brotzeit und Touristenlager nur auch im Winter.
Geburt von Sophie Aghata Victoria Gött, genannt Muck.
Muck Gött und der Herzblutkonditor Anton Schlachter heiraten und übernehmen als 2. Generation die Schlossanger Alp.
Geburt von Freddy Schlachter.
Bau des Kachelofens in der Zirbelstube der alten Wirtschaft. Geburt von Anton Schlachter.
Umbau: neue Zimmer und Etagenduschen statt Waschschüssel. Geburt von Heidi Schlachter
Geburt von Barbara, dem Nesthäckchen der Schlachters.
Aufgabe der Landwirtschaft und Konzentration auf die Gastronomie.
Der Unimog löst den Schlitten als wichtigstes Verkehrsmittel im Winter ab.
Anbau für das Restaurant und mehr Zimmer. Alle Zimmer bekommen eigene Bäder.
Neubau des Hallenbades. Anbau für großzügige Juniorsuiten.
Neubau der Küche
Anton Schlachter Junior mit Familie übernimmt das Burghotel auf dem Falkenstein.
Barbara Schlachter und Bernhard Ebert übernehmen in 3. Generation die Schlossanger Alp.
Barbara Schlachter und Bernhard Ebert heiraten.
Geburt von Beatrice Ebert.
Geburt von Bettina Ebert.
Renovierung des Kerngebäudes.
Geburt von Bastian Ebert.
Der Wellness-Bereich Bergquelle wird eröffnet.
Klassifizierung als erstes 4 Sterne superior Haus im Allgäu.
Neubau des Abenteuer-Spielplatzes Kuhkuh-Maz und des Wirtschaftsgebäudes.
Die kleine Alp entsteht.
Die Schlossanger Alp bekommt ein impossantes Baumhaus.
Die Schlossanger Alp bekommt neue Felsen- und Wiesenzimmer.
Als 1932 dem Gründervater Alfred und seiner Frau Creszenzia eine Tochter geboren wurde, war das Leben in den Allgäuer Bergen, bei aller Schönheit rundherum, ein steter Überlenskampf. Sobald Sie laufen konnte, bekam auch Sophie Agatha Victoria Gött, genannt Muck, von der Mama kleine Aufgaben zu erledigen und trug so ihr Scherflein zum täglich’ Brot der Familie bei.
Eine Kindheit auf der Alp war hart. Die Tage waren lang und wurden von den jahreszeitlichen Anforderungen der Landwirtschaft und den Bedürfnissen der Tiere bestimmt. Kühe, Ziegen und Hühner waren wichtige Narungsmittellieferanten, dazu kamen die Arbeitstiere. Pferde wurden vor Schlitten und Bierwagen gespannt oder zogen ganze Baumstämme aus dem schwer zugänglichen Bergwald. Ein Muli diente bergauf, bergab, als Lastenträger.
Mucks Vater Alfred stellte bis weit in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts Rotschmierkäse her und den typischen Allgäuer Weißlacker –
zur Selbstversorgung und für die immer zahlreicher werdenden Gäste in der Stube. Zwischen Küche und Gastraum lag auch das Lieblingsrevier von Muck.
Zwar war sie häufig in der Küche anzutreffen, doch lieber half sie beim Servieren, auch bei Festen unten im Tal. Dort begegnete ihr auch Anton Schlachter, der sie immer öfter mit seinem Motorrad auf die Alp hinauffuhr und schließlich ganz blieb.
Dem Konditor Anton war das Kochen auf den Leib geschrieben, und auch das alte Sennhandwerk erlernte und übernahm er von Schwiegervater Alfred. Bis die immer gestrengeren Vorschriften Muck und ihrem Mann Anton die rechte Freude am Käsen und an der Tierhaltung nahmen und sie den Wandel von der Alpwirtschaft zur Gastronomie endgültig vollzogen. Der alte kupferne Käsekessel wurde erst zum Waschzuber und dann zum Erinnerungsstück vor der Alp; im stetigen Auf und Ab zwischen Sonne und Regen hütet er den Tanz der Wasserläufer.
Mehr über die Geschichte der Schlossanger Alp, sowie viele zur Jahreszeit passende Rezepte finden Sie auch im Kochbuch Eisblüten. Eisblüten gehört zur Kochbuch-Trilogie von Barbara Schlachter-Ebert.
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